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FIFO(7) Linux-Programmierhandbuch FIFO(7)

BEZEICHNUNG

fifo - »first-in-first-out«-Spezialdatei (named pipe)

BESCHREIBUNG

Eine FIFO-Spezialdatei (eine benannte Pipe) ähnelt einer Pipeline. Auf Sie wird aber als Teil des Dateisystems zugegriffen. Auf den FIFO kann von mehreren Prozessen lesend oder schreibend zugegriffen werden. Wenn die Prozesse über den FIFO Daten austauschen, werden die Daten vom Kernel intern weitergegeben, ohne tatsächlich im Dateisystem gespeichert zu werden. Der FIFO enthält als Datei somit keine Daten. Der Eintrag im Dateisystem dient als Bezugspunkt, auf den Prozesse über einen Namen im Dateisystem zugreifen können.
Der Kernel verwaltet genau ein Pipe-Objekt für jeden FIFO, der von wenigstens einem Prozess zum Lesen oder Schreiben geöffnet ist. Damit Daten durch den FIFO transportiert werden können, muss der FIFO von beiden Enden geöffnet sein, einmal lesend und einmal schreibend. Im Normalfall wird die Verarbeitung nach dem Öffnen des FIFOs so lange blockiert, bis auch das andere Ende geöffnet ist.
Ein FIFO kann vom Prozess auch nicht blockierend geöffnet werden. In diesem Fall funktioniert das Öffnen des FIFOs zum Lesen auch dann, wenn er noch von keinem anderen Prozess zum Schreiben geöffnet wurde und das Öffnen zum Schreiben bricht mit ENXIO (Datei oder Adresse nicht gefunden) ab, wenn nicht bereits ein anderer Prozess den FIFO zum Lesen geöffnet hat.
Unter Linux können FIFOs sowohl lesend als auch schreibend in den beiden Modi blockierend und nicht blockierend geöffnet werden. Gemäß POSIX ist dafür kein Verfahren definiert. Dadurch kann ein FIFO zum Schreiben geöffnet werden, ohne dass lesende Prozesse vorhanden sind. Falls ein Prozess beide Seiten eines FIFOs öffnet, um mit sich selbst zu kommunizieren, sollte er sorgfältig auf die Vermeidung von Deadlocks (Verklemmungen) achten.

ANMERKUNGEN

Versucht ein Prozess in einen FIFO zu schreiben, der nicht auf der anderen Seite zum Lesen geöffnet ist, erhält er vom Kernel das Signal SIGPIPE.
FIFOs werden mit mkfifo(3) angelegt. In der Ausgabe von ls -l ist ihr Dateityp 'p'.

SIEHE AUCH

mkfifo(1), open(2), pipe(2), sigaction(2), signal(2), socketpair(2), mkfifo(3), pipe(7)

KOLOPHON

Diese Seite ist Teil der Veröffentlichung 4.09 des Projekts Linux- man-pages. Eine Beschreibung des Projekts, Informationen, wie Fehler gemeldet werden können sowie die aktuelle Version dieser Seite finden sich unter https://www.kernel.org/doc/man-pages/.

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Martin Schmitt <martin@schmitt.li>, Martin Eberhard Schauer <Martin.E.Schauer@gmx.de> und Dr. Tobias Quathamer <toddy@debian.org> erstellt.
Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.
Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an <debian-l10n-german@lists.debian.org>.
12. Dezember 2016 Linux