.\" -*- coding: UTF-8 -*- .\" .\" Copyright 1993-2005 Werner Almesberger .\" 2005-2016 Craig Small .\" This program is free software; you can redistribute it and/or modify .\" it under the terms of the GNU General Public License as published by .\" the Free Software Foundation; either version 2 of the License, or .\" (at your option) any later version. .\" .\"******************************************************************* .\" .\" This file was generated with po4a. Translate the source file. .\" .\"******************************************************************* .TH FUSER 1 "4. April 2016" psmisc "Dienstprogramme für Benutzer" .SH BEZEICHNUNG fuser \- Prozesse anhand von Dateien oder Sockets identifizieren .SH ÜBERSICHT .ad l \fBfuser\fP [\fB\-fuv\fP] [\fB\-a\fP|\fB\-s\fP] [\fB\-4\fP|\fB\-6\fP] [\fB\-c\fP|\fB\-m\fP|\fB\-n\fP \fINamensraum\fP] [\fB\ \-k\fP [\fB\-i\fP] [\fB\-M\fP] [\fB\-w\fP] [\fB\-\fP\fISIGNAL\fP] ] \fIName\fP …" .br \fBfuser \-l\fP .br \fBfuser \-V\fP .ad b .SH BESCHREIBUNG \fBfuser\fP zeigt anhand der angegebenen Dateien oder Dateisysteme die Kennungen (PIDs) eines Prozesses an. Im Standard\-Anzeigemodus folgt jedem Dateinamen ein Buchstabe, der den Zugriffstyp angibt: .PP .RS .PD 0 .TP \fBc\fP bezeichnet das aktuelle Verzeichnis. .TP \fBe\fP bezeichnet das laufende ausführbare Programm. .TP \fBf\fP bezeichnet die geöffnete Datei. \fBf\fP wird im Standard\-Anzeigemodus weggelassen. .TP \fBF\fP bezeichnet die zum Schreiben geöffnete Datei. \fBF\fP wird im Standard\-Anzeigemodus weggelassen. .TP \fBr\fP bezeichnet das Wurzelverzeichnis. .TP \fBm\fP Speicher\-gemappte Datei oder gemeinsam genutzte Bibliothek. .TP \&\fB.\fP ist ein Platzhalter, der im Standard\-Anzeigemodus weggelassen wird. .PD .RE .LP \fBfuser\fP gibt einen von Null verschiedenen Wert zurück, wenn auf keine der angegebenen Dateien zugegriffen wurde oder wenn ein schwerwiegender Fehler aufgetreten ist. Wenn mindestens ein Zugriff gefunden wurde, gibt \fBfuser\fP Null zurück. .PP Um nach Prozessen anhand von TCP\- und UDP\-Sockets suchen zu können, muss der entsprechende Namensraum mit der Option \fB\-n\fP angegeben werden. Standardmäßig schaut \fBfuser\fP sowohl in IPv6\- als auch IPv4\-Sockets. Um das Standardverhalten zu ändern, verwenden Sie die Optionen \fB\-4\fP und \fB\-6\fP. Der oder die Socket(s) können anhand des lokalen und fernen Ports und der fernen Adresse angegeben werden. Alle Felder sind optional, aber Kommata vor den fehlenden Feldern müssen vorhanden sein: .PP [\fIlcl_Port\fP][,[\fIferner_Host\fP][,[\fIferner_Port\fP]]] .PP Für die IP\-Adressen und Portnummern können entweder symbolische oder numerische Werte verwendet werden. .PP \fBfuser\fP schreibt nur die PIDs in die Standardausgabe, alles andere wird in die Standardfehlerausgabe geschrieben. .SH OPTIONEN .TP \fB\-a\fP, \fB\-\-all\fP zeigt alle in der Befehlszeile angegebenen Dateien an. Standardmäßig werden nur Dateien angezeigt, auf die mindestens ein Prozess zugreift. .TP \fB\-c\fP ist gleichbedeutend mit der Option \fB\-m\fP (für POSIX\-Kompatibilität). .TP \fB\-f\fP wird stillschweigend ignoriert (für POSIX\-Kompatibilität). .TP \fB\-k\fP, \fB\-\-kill\fP tötet Prozesse, die auf die Datei zugreifen. Das Signal SIGKILL wird gesendet, es sei denn, Sie ändern es mit \fB\-\fP\fISIGNAL\/\fP. Ein \fBfuser\fP\-Prozess tötet sich niemals selbst, könnte aber von anderen \fBfuser\fP\-Prozessen getötet werden. Die effektive Benutzerkennung (UID) des Prozesses, der \fBfuser\fP ausführt, wird auf dessen reale Benutzerkennung gesetzt, bevor die Tötung versucht wird. .TP \fB\-i\fP, \fB\-\-interactive\fP bittet den Benutzer um Bestätigung, bevor ein Prozess getötet wird. Diese Option wird stillschweigend ignoriert, wenn nicht auch die Option \fB\-k\fP angegeben ist. .TP \fB\-I\fP, \fB\-\-inode\fP bewirkt, dass für den Namensraum \fBfile\fP alle Vergleiche auf den oder die Inode(s) der angegebenen Datei oder Dateien und nicht auf die Dateinamen bezogen werden, selbst wenn sich diese auf netzwerkbasierten Dateisystemen befinden. .TP \fB\-l\fP, \fB\-\-list\-signals\fP listet alle bekannten Signalnamen auf. .TP \fB\-m\fP\fI NAME \fP, \fB\-\-mount \fP\fINAME\fP bezeichnet eine Datei auf einem eingehängten Dateisystem oder einem blockorientierten Gerät, das eingehängt ist. Alle Prozesse, die auf Dateien auf diesem Dateisystem zugreifen, werden aufgelistet. Falls ein Verzeichnis angegeben ist, wird es automatisch in \fINAME\fP/. geändert, um jedes Dateisystem zu verwenden, das in diesem Verzeichnis eingehängt sein könnte. .TP \fB\-M\fP, \fB\-\-ismountpoint\fP erfüllt die Anforderung nur dann, wenn der \fINAME\fP einen Einhängepunkt bezeichnet. Dies ist ein sehr wertvoller Sicherheitsmechanismus, der Sie daran hindert, den gesamten Rechner zu töten, falls der \fINAME\fP kein Dateisystem bezeichnen sollte. .TP \fB\-w\fP tötet nur Prozesse, die Schreibzugriff haben. Diese Option wird stillschweigend ignoriert, wenn nicht auch die Option \fB\-k\fP angegeben ist. .TP \fB\-n\fP\fI NAMENSRAUM\fP, \fB\-\-namespace \fP\fINAMENSRAUM\fP wählt einen anderen Namensraum. Die Namensräume \fBfile\fP (Dateinamen, die Voreinstellung), \fBudp\fP (lokale UDP\-Ports) und \fBtcp\fP (lokale TCP\-Ports) werden unterstützt. Für Ports kann entweder die Portnummer oder der symbolische Name angegeben werden. Auch die Kurznotation \fIName\fP\fB/\fP\fINamensraum\fP (zum Beispiel \fI80\fP\fB/\fP\fItcp\fP) kann verwendet werden, falls dadurch keine Mehrdeutigkeiten entstehen. .TP \fB\-s\fP, \fB\-\-silent\fP aktiviert den stillen Modus. Die Optionen \fB\-u\fP und \fB\-v\fP werden in diesem Modus ignoriert. Die Option \fB\-a\fP darf nicht zusammen mit \fB\-s\fP verwendet werden. .TP \fB\-\fP\fISIGNAL\fP verwendet beim Töten von Prozessen das angegebene Signal anstelle von SIGKILL. Signale können entweder als Name (zum Beispiel \fB\-HUP\fP) oder als Nummer (zum Beispiel \fB\-1\fP) angegeben werden. Diese Option wird stillschweigend ignoriert, wenn die Option \fB\-k\fP nicht angegeben ist. .TP \fB\-u\fP, \fB\-\-user\fP hängt den Benutzernamen des Eigentümers jedes Prozesses an jede PID an. .TP \fB\-v\fP, \fB\-\-verbose\fP aktiviert den ausführlichen Modus. Prozesse werden ähnlich wie in \fBps\fP angezeigt. Die Felder PID, BEN. und BEFEHL sind ähnlich zu \fBps\fP. ZUGR. zeigt, wie der Prozess auf die Datei zugreift. Im ausführlichen Modus wird auch angezeigt, wann auf eine bestimmte Datei als Einhängepunkt, Knfs\-Export oder Auslagerungsdatei zugegriffen wird. In diesem Fall wird \fBkernel\fP anstelle der PID angezeigt. .TP \fB\-V\fP, \fB\-\-version\fP Versionsinformationen anzeigen. .TP \fB\-4\fP, \fB\-\-ipv4\fP sucht nur nach IPv4\-Sockets. Diese Option darf nicht zusammen mit der Option \fB\-6\fP verwendet werden und ist nur mit den TCP\- und UDP\-Namensräumen wirksam. .TP \fB\-6\fP, \fB\-\-ipv6\fP sucht nur nach IPv6\-Sockets. Diese Option darf nicht zusammen mit der Option \fB\-4\fP verwendet werden und ist nur mit den TCP\- und UDP\-Namensräumen wirksam. .IP \fB\-\fP setzt alle Optionen zurück und setzt das Signal auf SIGKILL. .SH DATEIEN .TP /proc Ort des /proc\-Dateisystems .SH BEISPIELE .TP \fBfuser \-km /home\fP tötet alle Prozesse, die auf das Dateisystem /home in irgendeiner Weise zugreifen. .TP \fBif fuser \-s /dev/ttyS1; then :; else \fP\fIBefehl\fP\fB; fi\fP ruft den angegebenen \fIBefehl\fP auf, falls kein anderer Prozess /dev/ttyS1 nutzt. .TP \fBfuser telnet/tcp\fP zeigt alle Prozesse am (lokalen) TELNET\-Port. .SH EINSCHRÄNKUNGEN Prozesse, die auf die gleiche Datei oder das gleiche Dateisystem mehrmals auf die gleiche Weise zugreifen, werden nur einmal angezeigt. .PP Falls das gleiche Objekt in der Befehlszeile mehrmals angegeben ist, können einige von dessen Einträgen ignoriert werden. .PP \fBfuser\fP könnte lediglich in der Lage sein, Teilinformationen zu ermitteln, es sei denn, es wird mit höheren Privilegien ausgeführt. Als Konsequenz könnten Dateien, die durch Prozesse anderer Benutzer geöffnet wurden nicht aufgelistet und ausführbare Programme als nur\-gemappt klassifiziert werden. .PP \fBfuser\fP kann nicht auf Prozessen agieren, für die es keine Zugriffsrechte auf die Dateideskriptortabelle hat. Am häufigsten tritt dieses Problem beim Suchen nach TCP\- oder UDP\-Sockets auf, wenn \fBfuser\fP nicht mit Root\-Rechten ausgeführt wird. In diesem Fall meldet \fBfuser\fP keinen Zugriff. .PP Die Installation von \fBfuser\fP SUID root wird Probleme vermeiden, die auf unvollständige Informationen zurückzuführen sind, aber könnte aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Privatsphäre unerwünscht sein. .PP \fBudp\fP\- und \fBtcp\fP\-Namensräume sowie UNIX\-Domain\-Sockets können mit einem Kernel älter als Version 1.3.78 nicht durchsucht werden. .PP Zugriffe durch den Kernel werden nur mit der Option \fB\-v\fP angezeigt. .PP Die Option \fB\-k\fP agiert nur auf Prozessen. Falls der Benutzer der Kernel ist, gibt \fBfuser\fP einen Hinweis aus, führt darüber hinaus aber keine Aktion aus. .SH FEHLER .PP Der Befehl \fBfuser \-m /dev/sgX\fP zeigt alle Prozesse an (oder tötet diese, wenn die Option \fB\-k\fP angegeben ist), selbst dann, wenn Sie das Gerät nicht eingerichtet haben. Es könnte weitere Geräte geben, bei denen dies getan wird. .PP Die Option \fB\-m\fP von \fBmount\fP erkennt jede Datei innerhalb eines Geräts als die von Ihnen angegebene Datei; verwenden Sie zusätzlich die Option \fB\-M\fP, um zu verdeutlichen, dass Sie nur den Einhängepunkt angeben. .SH "SIEHE AUCH" \fBkill\fP(1), \fBkillall\fP(1), \fBlsof\fP(8), \fBpkill\fP(1), \fBps\fP(1), \fBkill\fP(2). .SH ÜBERSETZUNG Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann erstellt. Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen. 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