.\" -*- coding: UTF-8 -*- .de dT .ds Dt \\$2 .. .\" GNU grep man page .dT Time-stamp: 2019-12-29 .\" Update the above date whenever a change to either this file or .\" grep.c's 'usage' function results in a nontrivial change to the man page. .\" In Emacs, you can update the date by running 'M-x time-stamp' .\" after you make a change that you decide is nontrivial. .\" It is no big deal to forget to update the date. . .\"******************************************************************* .\" .\" This file was generated with po4a. Translate the source file. .\" .\"******************************************************************* .TH GREP 1 \*(Dt "GNU grep 3.6" "Dienstprogramme für Benutzer" . .if !\w|\*(lq| \{\ .\" groff an-old.tmac does not seem to be in use, so define lq and rq. . ie \n(.g \{\ . ds lq \(lq\" . ds rq \(rq\" . \} . el \{\ . ds lq `` . ds rq '' . \} .\} . .if !\w|\*(la| \{\ .\" groff an-ext.tmac does not seem to be in use, so define the parts of .\" it that are used below. For a copy of groff an-ext.tmac, please see: .\" https://git.savannah.gnu.org/cgit/groff.git/plain/tmac/an-ext.tmac .\" --- Start of lines taken from groff an-ext.tmac . .\" Check whether we are using grohtml. .nr mH 0 .if \n(.g \ . if '\*(.T'html' \ . nr mH 1 . . .\" Map mono-width fonts to standard fonts for groff's TTY device. .if n \{\ . do ftr CR R . do ftr CI I . do ftr CB B .\} . .\" groff has glyph entities for angle brackets. .ie \n(.g \{\ . ds la \(la\" . ds ra \(ra\" .\} .el \{\ . ds la <\" . ds ra >\" . \" groff's man macros control hyphenation with this register. . nr HY 1 .\} . .\" Start URL. .de UR . ds m1 \\$1\" . nh . if \\n(mH \{\ . \" Start diversion in a new environment. . do ev URL-div . do di URL-div . \} .. . . .\" End URL. .de UE . ie \\n(mH \{\ . br . di . ev . . \" Has there been one or more input lines for the link text? . ie \\n(dn \{\ . do HTML-NS "" . \" Yes, strip off final newline of diversion and emit it. . do chop URL-div . do URL-div \c . do HTML-NS . \} . el \ . do HTML-NS "\\*(m1" \&\\$*\" . \} . el \ \\*(la\\*(m1\\*(ra\\$*\" . . hy \\n(HY .. . . .\" Start email address. .de MT . ds m1 \\$1\" . nh . if \\n(mH \{\ . \" Start diversion in a new environment. . do ev URL-div . do di URL-div . \} .. . . .\" End email address. .de ME . ie \\n(mH \{\ . br . di . ev . . \" Has there been one or more input lines for the link text? . ie \\n(dn \{\ . do HTML-NS "" . \" Yes, strip off final newline of diversion and emit it. . do chop URL-div . do URL-div \c . do HTML-NS . \} . el \ . do HTML-NS "\\*(m1" \&\\$*\" . \} . el \ \\*(la\\*(m1\\*(ra\\$*\" . . hy \\n(HY .. .\" --- End of lines taken from groff an-ext.tmac .\} . .hy 0 . .SH BEZEICHNUNG grep, egrep, fgrep, rgrep \- gibt Zeilen aus, die zu Suchmustern passen . .SH ÜBERSICHT \fBgrep\fP [\fIOPTION\fP…]\& \fIMUSTER\fP [\fIDATEI\fP…] .br \fBgrep\fP [\fIOPTION\fP…]\& \fB\-e\fP \fIMUSTER\fP …\& [\fIDATEI\fP…] .br \fBgrep\fP [\fIOPTION\fP…]\& \fB\-f\fP \fIMUSTERDATEI\fP …\& [\fIDATEI\fP…] . .SH BESCHREIBUNG \fBgrep\fP sucht in jeder \fIDATEI\fP nach \fIMUSTER\fPN. \fIMUSTER\fP ist ein oder mehrere Muster, die durch Zeilenumbrüche getrennt sind und \fBgrep\fP gibt jede Zeile aus, die auf ein Muster passt. Typischerweise sollten \fIMUSTER\fP in Anführungszeichen gesetzt werden, wenn \fBgrep\fP in einem Shell\-Befehl verwendet wird. .PP Ist \fIDATEI\fP »\fB\-\fP« bedeutet dies Standardeingabe. Falls keine \fIDATEI\fP angegeben ist, werden rekursive Suchen das aktuelle Verzeichnis prüfen und nichtrekursive Suchen die Standardeingabe lesen. .PP Darüber hinaus stehen die drei Programmvarianten \fBegrep\fP, \fBfgrep\fP und \fBrgrep\fP zur Verfügung. Sie entsprechen den Aufrufen \fBgrep\ \-E\fP, \fBgrep\ \-F\fP und \fBgrep\ \-r\fP. Diese Varianten sind veraltet und stehen nur noch aus Gründen der Abwärtskompatibilität zur Verfügung. . .SH OPTIONEN .SS "Allgemeine Programminformationen" .TP \fB\-\^\-help\fP zeigt Informationen zur Benutzung an und beendet das Programm. .TP \fB\-V\fP, \fB\-\^\-version\fP gibt die Versionsnummer von \fBgrep\fP und beendet das Programm. .SS Muster\-Syntax .TP \fB\-E\fP, \fB\-\^\-extended\-regexp\fP \fIMUSTER\fP als erweitertere regulärere Ausdrücke (extended regular expressions, EREs, siehe unten) interpretieren. .TP \fB\-F\fP, \fB\-\^\-fixed\-strings\fP \fIMUSTER\fP soll als feste Zeichenkette und nicht als regulärer Ausdruck interpretiert werden. .TP \fB\-G\fP, \fB\-\^\-basic\-regexp\fP \fIMUSTER\fP als gewöhnliche reguläre Ausdrücke (basic regular expressions, BREs, siehe unten) interpretieren. Das ist die Voreinstellung. .TP \fB\-P\fP, \fB\-\^\-perl\-regexp\fP Interpretiert MUSTER als regulären Perl\-kompatiblen Ausdruck (PCRE). Diese Option ist experimentell, wenn sie mit der Option \fB\-z\fP (\fB\-\^\-null\-data\fP) kombiniert wird. Es kann vorkommen, dass \fBgrep \-P\fP wegen nicht implementierter Funktionalitäten warnt. .SS "Steuerung des Abgleichs" .TP \fB\-e\fP\fI MUSTER\fP,\fB \-\^\-regexp=\fP\fIMUSTER\fP \fIMUSTER\fP als die Suchmuster verwenden. Falls diese Option mehrfach verwandt oder mit der Option \fB\-f\fP (\fB\-\^\-file\fP) kombiniert wird, wird nach allen übergebenen Mustern gesucht. Diese Option kann zum Schützen von Mustern, die mit einem »\-« anfangen, verwandt werden. .TP \fB\-f\fP\fI DATEI\fP,\fB \-\^\-file=\fP\fIDATEI\fP Liest die Suchmuster Zeile für Zeile aus \fIDATEI\fP ein. Falls diese Option mehrfach verwandt oder mit der Option \fB\-e\fP (\fB\-\^\-regexp\fP) kombiniert wird, wird nach allen übergebenen Mustern gesucht. Eine leere Datei enthält keine Suchmuster und erzielt deshalb auch keine Treffer. .TP \fB\-i\fP, \fB\-\^\-ignore\-case\fP Ignoriert Unterscheidungen der Groß\-/Kleinschreibung in Mustern und Eingabedaten, so dass Zeichen, die sich nur darin unterscheiden, jeweils auf ihr Gegenstück passen. .TP \fB\-\^\-no\-ignore\-case\fP Ignoriert Unterscheidungen der Groß\-/Kleinschreibung in Mustern und Eingabedaten nicht. Dies ist die Vorgabe. Diese Option ist in Shell\-Skripten nützlich, die bereits die Option \fB\-i\fP verwenden. Die beiden Optionen setzen sich gegenseitig außer Kraft, daher können Sie auf diese Weise die Wirkung von \fB\-i\fP außer Kraft setzen. .TP \fB\-v\fP, \fB\-\^\-invert\-match\fP Invertiert das Suchmuster, so dass alle Zeilen ausgewählt werden, die nicht auf \fIMUSTER\fP passen. .TP \fB\-w\fP, \fB\-\^\-word\-regexp\fP Wählt nur solche Zeilen aus, deren Treffer aus vollständigen Wörtern bestehen. Im Einzelnen verläuft der Test so, dass eine passende Zeichenkette entweder am Zeilenanfang beginnen muss oder auf ein Zeichen folgt, das nicht zu den Wortaufbau\-Zeichen gehört. Ebenso muss das Ende der Zeichenkette entweder mit dem Zeilenende zusammenfallen oder es darf kein Wortaufbau\-Zeichen folgen. Wortaufbau\-Zeichen sind alle Buchstaben, Ziffern sowie der Unterstrich. Diese Option hat keinen Effekt, falls auch \fB\-x\fP angegeben ist. .TP \fB\-x\fP, \fB\-\^\-line\-regexp\fP Wählt nur solche Zeilen aus, deren Treffer die komplette Zeile umfasst. Für ein Muster eines regulären Ausdrucks ist dies identisch zum Setzen des Musters in Anführungszeichen und dann Einfassen mit \fB^\fP und \fB$\fP. .TP \fB\-y\fP veraltetes Synonym für \fB\-i\fP .SS "Allgemeine Ausgabesteuerung" .TP \fB\-c\fP, \fB\-\^\-count\fP Statt die passenden Zeilen direkt anzuzeigen, wird lediglich ihre Anzahl pro Eingabedatei ausgegeben. Ist zusätzlich die Option \fB\-v\fP, \fB\-\^\-invert\-match\fP (siehe unten) angegeben, zählt \fBgrep\fP die Zeilen ohne Treffer. .TP \fB\-\^\-color\fP[\fB=\fP\fIWANN\fP], \fB\-\^\-colour\fP[\fB=\fP\fIWANN\fP] Schließt die gefundenen (nicht leeren) Zeichenketten, passenden Zeilen, Kontextzeilen, Dateinamen, Zeilennummern, Byte\-Offsets und Separatoren (für Felder und Gruppen von Kontextzeilen) mit Escape\-Sequenzen ein, damit diese auf dem Terminal farbig angezeigt werden. Die Farben werden durch die Umgebungsvariable \fBGREP_COLORS\fP definiert. Die missbilligte Umgebungsvariable \fBGREP_COLOR\fP wird weiterhin unterstützt, hat aber keine Priorität und sollte nicht verwendet werden. \fIWANN\fP kann die Werte \fBnever\fP, \fBalways\fP oder \fBauto\fP annehmen. .TP \fB\-L\fP, \fB\-\^\-files\-without\-match\fP Statt der normalen Ausgabe wird der Name jeder Datei ohne Treffer angezeigt. Die Suche endet beim ersten Treffer. .TP \fB\-l\fP, \fB\-\^\-files\-with\-matches\fP Statt der normalen Ausgabe wird der Name jeder Datei mit Treffer angezeigt. Die Suche endet beim ersten Treffer. .TP \fB\-m\fP\fI ZAHL\fP,\fB \-\^\-max\-count=\fP\fIZAHL\fP Beendet das Lesen einer Datei, nachdem \fIZAHL\fP passende Zeilen gefunden wurden. Wenn die Eingabe aus einer regulären Datei stammt und \fIZAHL\fP passende Zeilen ausgegeben wurden, positioniert \fBgrep\fP, bevor es endet, die Standardeingabe ungeachtet der Existenz folgender Kontextzeilen direkt hinter der letzten passenden Zeile. Dies ermöglicht einem aufrufenden Prozess die Fortsetzung der Suche. Wenn \fBgrep\fP nach \fIZAHL\fP passenden Zeilen endet, gibt es alle nachfolgenden Kontextzeilen aus. Wenn außerdem die Option \fB\-c\fP (oder \fB\-\^\-count\fP) verwendet wird, gibt \fBgrep\fP als Ergebnis keine Zahl aus, die größer ist als \fIZAHL\fP. Wenn die Option \fB\-v\fP (\fB\-\^\-invert\-match\fP verwendet wird, endet \fBgrep\fP nach der Ausgabe von \fIZAHL\fP nicht passenden Zeilen. .TP \fB\-o\fP, \fB\-\^\-only\-matching\fP Anstatt der gesamten Zeile werden nur die passenden (nicht leeren) Teile ausgegeben. Jeder dieser Teile wird auf einer eigenen Zeile ausgegeben. .TP \fB\-q\fP, \fB\-\^\-quiet\fP, \fB\-\^\-silent\fP Unterdrückt die normalen Ausgaben. Die Suche endet sofort nach dem ersten Treffer und gibt auch beim Auftreten von Fehlern den Status Null zurück. Lesen Sie auch die Beschreibung der Option \fB\-s\fP oder \fB\-\^\-no\-messages\fP. .TP \fB\-s\fP, \fB\-\^\-no\-messages\fP Unterdrückt Fehlermeldungen über nicht existierende oder unlesbare Dateien. .SS "Präfix\-Festlegung der Ausgabezeilen" .TP \fB\-b\fP, \fB\-\^\-byte\-offset\fP Gibt vor jeder Ausgabezeile die Byte\-Position in der Datei relativ zum Dateianfang (0) an. Wenn \fB\-o\fP (\fB\-\^\-only\-matching\fP) angegeben wird, wird die Position des gefundenen Teils angezeigt. .TP \fB\-H\fP, \fB\-\^\-with\-filename\fP Gibt vor jedem Treffer den zugehörigen Dateinamen aus. Das ist das Standardverhalten, wenn mehr als eine Datei untersucht wird. .TP \fB\-h\fP, \fB\-\^\-no\-filename\fP Der Dateiname wird vor einem Treffer nicht ausgegeben. Das ist das Standardverhalten bei der Suche in nur einer Datei (oder nur in der Standardeingabe). .TP \fB\-\^\-label=\fP\fITEXT\fP Zeigt tatsächlich aus der Standardeingabe gelesene Eingaben an, als seien sie aus Datei \fITEXT\fP gelesen. Das ist besonders praktisch für Werkzeuge, die den Inhalt von Dateien vor der Suche umwandeln, zum Beispiel \fBgzip \-cd foo.gz | grep \-\^\-label=foo \-H irgendwas\fP (siehe auch die Option \fB\-H\fP). .TP \fB\-n\fP, \fB\-\^\-line\-number\fP Gibt vor jeder Zeile die Zeilennummer (gezählt ab 1) innerhalb der aktuellen Eingabedatei aus. .TP \fB\-T\fP, \fB\-\^\-initial\-tab\fP Stellt sicher, dass das erste Zeichen des eigentlichen Zeileninhalts auf einem Tabulatorstopp liegt, so dass die Ausrichtung der Tabulatoren normal aussieht. Dies ist sinnvoll für die Optionen, die ihrer Ausgabe einen Präfix voranstellen: \fB\-H\fP, \fB\-n\fP und \fB\-b\fP. Um die Wahrscheinlichkeit zu vergrößern, dass die Zeilen aus einer einzelnen Datei alle in der gleichen Spalte beginnen, bewirkt diese Option auch, dass (eventuell vorhandene) Zeilennummern und Byte\-Offsets mit minimaler Feldgröße ausgegeben werden. .TP \fB\-u\fP, \fB\-\^\-unix\-byte\-offsets\fP Zeigt die Byte\-Positionen im Unix\-Stil an. Mit Hilfe dieses Schalters gibt \fBgrep\fP Byte\-Positionen in Textdateien stets so aus, als würden sie nur ein einzelnes Zeilenumbruchsymbol am Zeilenende enthalten: Ein eventuelles Wagenrücklaufsymbol am Zeilenende wird nicht berücksichtigt. So erzeugt \fBgrep\fP die gleichen Resultate wie auf einer UNIX\-Maschine. Diese Option ist nur in Verbindung mit dem Schalter \fB\-b\fP wirksam. Auf anderen Plattformen als MS\-DOS und MS\-Windows hat sie keine Auswirkung. .TP \fB\-Z\fP, \fB\-\^\-null\fP Gibt statt des üblichen Trennzeichens nach jedem Dateinamen ein Nullbyte (das ASCII\-Zeichen \fBNUL\fP) aus. So gibt beispielsweise \fBgrep \-lZ\fP nach jedem Dateinamen statt des gebräuchlichen Zeilenumbruchs ein NULL\-Byte aus. Mit dieser Option bleibt die Ausgabe selbst bei ungewöhnlichen Dateinamen, die beispielsweise einen Zeilenumbruch enthalten, eindeutig. Diese Option kann zusammen mit Befehlen wie \fBfind \-print0\fP, \fBperl \-0\fP, \fBsort \-z\fP und \fBxargs \-0\fP zur Verarbeitung beliebiger Dateinamen verwendet werden (auch solche, die Zeilenumbrüche enthalten). .SS "Steuerung der Kontextzeilen" .TP \fB\-A\fP\fI ZAHL\fP,\fB \-\^\-after\-context=\fP\fIZAHL\fP Zeigt \fIZAHL\fP Kontextzeilen im Anschluss an eine auf das Muster passende Zeile an. Gibt eine Zeile mit einem Gruppentrennzeichen (\fB\-\^\-\fP) zwischen benachbarten Gruppen von Treffern aus. Zusammen mit der Option \fB\-o\fP oder \fB\-\^\-only\-matching\fP hat diese Option keine Auswirkung und es wird eine Warnung ausgegeben. .TP \fB\-B\fP\fI ZAHL\fP,\fB \-\^\-before\-context=\fP\fIZAHL\fP Zeigt \fIZAHL\fP Kontextzeilen vor einer auf das Muster passenden Zeile an.Gibt eine Zeile mit einem Gruppentrennzeichen (\fB\-\^\-\fP) zwischen benachbarten Gruppen von Treffern aus. Zusammen mit der Option \fB\-o\fP oder \fB\-\^\-only\-matching\fP hat diese Option keine Auswirkung und es wird eine Warnung ausgegeben. .TP \fB\-C\fP [\fIZAHL\fP], \fB\-\fP\fIZAHL\fP, \fB\-\^\-context\fP[\fB=\fP\fIZAHL\fP] Zeigt je \fIZAHL\fP Kontextzeilen vor und nach einer auf das Muster passenden Zeile an. Gibt eine Zeile mit einem Gruppentrennzeichen (\fB\-\^\-\fP) zwischen benachbarten Gruppen von Treffern aus. Zusammen mit der Option \fB\-o\fP oder \fB\-\^\-only\-matching\fP hat diese Option keine Auswirkung und es wird eine Warnung ausgegeben. .SS "Auswahl von Dateien und Verzeichnissen" .TP \fB\-a\fP, \fB\-\^\-text\fP Verarbeitet eine Binärdatei, als wäre sie gewöhnlicher Text; dieser Schalter ist gleichwertig mit \fB\-\^\-binary\-files=text\fP. .TP \fB\-\^\-binary\-files=\fP\fITYP\fP Falls die Daten oder Metadaten der Datei anzeigen, dass die Datei binäre Daten enthält, wird angenommen, dass die Datei vom Typ \fITYP\fP ist. Bytes, die nicht Text sind, deuten Binärdaten an; diese sind entweder Ausgabebytes, die nicht korrekt für die aktuelle Locale kodiert wurden, oder Null\-Eingabebytes, wenn die Option \fB\-z\fP nicht angegeben ist. .IP Standardmäßig ist \fITYP\fP \fBbinary\fP und \fBgrep\fP unterdrückt weitere Ausgaben, wenn es Binärdaten als Eingabe erkennt und unterdrückt Ausgabezeilen, die inkorrekt kodierte Daten enthalten. Wenn Ausgaben unterdrückt werden, gibt \fBgrep\fP eine einzeilige Meldung aus, die besagt, dass ein Treffer in einer Binärdatei ist. .IP Falls \fITYP\fP \fBwithout\-match\fP ist, wenn \fBgrep\fP Null\-Eingabedaten erkennt, dann nimmt es an, dass in der restlichen Datei keine Treffer sind. Dies ist zu der Option \fB\-I\fP äquivalent. .IP Falls \fITYP\fP \fBtext\fP ist, verarbeitet \fBgrep\fP eine Binärdatei, als wäre sie gewöhnlicher Text. Dies ist zu der Option \fB\-a\fP äquivalent. .IP Falls \fITYP\fP \fBbinary\fP ist, kann \fBgrep\fP von Text verschiedene Bytes selbst ohne die Option \fB\-z\fP als Zeilende behandeln. Das bedeutet, die Wahl von \fBbinary\fP gegenüber \fBtext\fP kann beeinflussen, ob ein Muster auf eine Datei passt oder nicht. Ist beispielsweise \fITYP\fP \fBbinary\fP, \fBkönnte\fP das Muster \fBq$\fP auf \fBq\fP sofort gefolgt von einem NULL\-Byte passen, selbst wenn dies nicht auf das Muster passt, wenn \fITYP\fP \fBtext\fP ist. Entsprechend kann das Muster \fB.\&\fP (Satzpunkt) nicht auf ein NULL\-Byte passen, wenn \fITYP\fP \fBbinary\fP ist. .IP \fIWarnung\fP: Die Option \fB\-a\fP könnte binären Müll ausgeben, der negative Seiteneffekte haben kann, falls die Ausgabe auf ein Terminal erfolgt und der Terminaltreiber Teile davon als Befehle interpretiert. Andererseits kann es nützlich sein, \fB\-a\fP zu verwenden oder \fBLC_ALL='C'\fP in der Umgebung zu setzen, wenn Texte gelesen werden, deren Kodierung unbekannt ist, um weitere Treffer zu finden, selbst wenn die Treffer für die direkte Anzeige nicht sicher sind. .TP \fB\-D\fP\fI AKTION\fP,\fB \-\^\-devices=\fP\fIAKTION\fP Wenn die Eingabedatei ein Gerät, ein FIFO oder ein Socket ist, wird sie mit \fIAKTION\fP verarbeitet. Die Standard\-\fIAKTION\fP ist \fBread\fP. Das bedeutet, dass Geräte wie eine gewöhnliche Datei gelesen werden. Mit der \fIAKTION\fP \fBskip\fP werden Geräte stillschweigend ausgelassen. .TP \fB\-d\fP\fI AKTION\fP,\fB \-\^\-directories=\fP\fIAKTION\fP Ist eine Eingabedatei ein Verzeichnis, wird es mit der \fIAKTION\fP verarbeitet. In der Standardeinstellung ist \fIAKTION\fP auf \fBread\fP gesetzt, das bedeutet, dass Verzeichnisse wie gewöhnliche Dateien eingelesen werden. Ist \fIAKTION\fP auf \fBskip\fP gesetzt, so werden Verzeichnisse stillschweigend übersprungen. Steht \fIAKTION\fP auf \fBrecurse\fP, so werden sämtliche Dateien unterhalb jedes Verzeichnisses rekursiv durchsucht. Symbolische Links werden nur verfolgt, wenn sie auf der Befehlszeile angegeben wurden. Dies ist zu der Option \fB\-r\fP äquivalent. .TP \fB\-\^\-exclude=\fP\fIGLOB\fP Überspringt jede Datei auf der Befehlszeile, deren Namenserweiterung auf das Muster \fIGLOB\fP mittels Platzhalter\-Abgleich passt; eine Namenserweiterung ist entweder der gesamte Name oder jeder mit einem \fB/\fP beginnende angehängte Teil und vor einem nicht\-\fB/\fP. Bei der rekursiven Suche werden alle Unterdateien übersprungen, deren Basisname auf \fIGLOB\fP passt; der Basisname ist der Teil nach dem letzten \fB/\fP. Ein Muster kann \fB*\fP, \fB?\fP und \fB[\fP…\fB]\&\fP als Platzhalter verwenden, und \fB\e\fP, um ein buchstäbliches Platzhalter\- oder Rückwärtsschrägstrichzeichen zu maskieren. .TP \fB\-\^\-exclude\-from=\fP\fIDATEI\fP Überspringt Dateien, deren Dateinamen zu einem (mittels Platzhalter\-Abgleich wie unter \fB\-\^\-exclude\fP beschrieben) aus \fIDATEI\fP gelesenen Dateinamen\-»GLOB« passen. .TP \fB\-\^\-exclude\-dir=\fP\fIGLOB\fP Überspringt jedes Verzeichnis auf der Befehlszeile, dessen Namenserweiterung auf das Muster \fIGLOB\fP passt. Wenn Verzeichnisse rekursiv durchsucht werden, überspringt dies jedes Unterverzeichnis, dessen Basisname auf \fIGLOB\fP passt. Alle überflüssigen abschließenden Schrägstriche in \fIGLOB\fP werden ignoriert. .TP \fB\-I\fP Behandelt Binärdateien so, als würde ihr Inhalt nie auf das Suchmuster passen. Dies ist gleichbedeutend mit der Option \fB\-\^\-binary\-files=without\-match\fP. .TP \fB\-\^\-include=\fP\fIGLOB\fP Sucht nur nach Dateien, deren Basisname auf \fIGLOB\fP passt (mittels Platzhaltersuche wie unter \fB\-\^\-exclude\fP beschrieben). Falls die kollidierenden Optionen \fB\-\^\-include\fP und \fB\-\^\-exclude\fP angegeben werden, hat Letztere Vorrang. Falls weder \fB\-\^\-include\fP noch \fB\-\^\-exclude\fP passt, wird eine Datei nur dann berücksichtigt, wenn die erste Option nicht \fB\-\^\-include\fP ist. .TP \fB\-r\fP, \fB\-\^\-recursive\fP Durchsucht sämtliche Dateien unterhalb jedes Verzeichnisses rekursiv. Symbolische Links werden nur verfolgt, wenn sie auf der Befehlszeile angegeben wurden. Wenn kein Datei\-Operand angegeben ist, durchsucht grep das Arbeitsverzeichnis. Dies ist zu der Option \fB\-d recurse\fP äquivalent. .TP \fB\-R\fP, \fB\-\^\-dereference\-recursive\fP Durchsucht sämtliche Dateien unterhalb jedes Verzeichnisses rekursiv. Allen symbolischen Links folgen, anders als \fB\-r\fP. .SS "Weitere Optionen" .TP \fB\-\^\-line\-buffered\fP Verwendet bei der Ausgabe Zeilenpuffer. Das kann Leistungseinbußen bewirken. .TP \fB\-U\fP, \fB\-\^\-binary\fP Verarbeitet die Datei(en) als Binärdaten. Unter MS\-DOS und MS\-Windows versucht \fBgrep\fP herauszufinden, ob eine Datei Text oder binär ist, wie dies bei der Option \fB\-\^\-binary\-files\fP beschrieben ist. In einer von \fBgrep\fP zu einer Textdatei erklärten Datei entfernt es intern alle Wagenrücklaufzeichen (CR), damit \fB^\fP und \fB$\fP in regulären Ausdrücken korrekt funktionieren. Die Angabe von \fB\-U\fP umgeht die ganze Raterei und weist \fBgrep\fP an, jede Datei exakt so zu verarbeiten, wie sie eingelesen wurde. Falls es sich um eine Textdatei handelt, deren Zeilen mit einem kombinierten Wagenrücklauf und Zeilenumbruch (CR/LF) enden, arbeiten manche reguläre Ausdrücke fehlerhaft. Diese Option hat auf anderen Plattformen als MS\-DOS und MS\-Windows keine Auswirkungen. .TP \fB\-z\fP, \fB\-\^\-null\-data\fP Behandelt Ein\- und Ausgabedaten als Folge von Zeilen, die jede mit einem NULL\-Byte (das Zeichen ASCII NUL) anstelle eines Zeilenvorschubs endet. Wie die Optionen \fB\-Z\fP oder \fB\-\^\-null\fP kann diese Option zusammen mit Befehlen wie \fBsort \-z\fP für die Verarbeitung beliebiger Dateinamen eingesetzt werden. . .SH "REGULÄRE AUSDRÜCKE" Unter einem regulären Ausdruck versteht man ein Muster, das eine Menge von Zeichenketten beschreibt. Reguläre Ausdrücke werden analog zu arithmetischen Ausdrücken aufgebaut: Sie werden mit Hilfe verschiedener Operatoren aus kleineren Ausdrücken zusammengesetzt. .PP \fBgrep\fP versteht drei verschiedene Klassen regulärer Ausdrücke: »gewöhnliche« (basic, BRE), »erweiterte« (extended, ERE) und »perl« (PCRE). GNU \fBgrep\fP stellt für gewöhnliche und erweiterte reguläre Ausdrücke die gleiche Funktionalität bereit. In anderen Implementierungen steht mit gewöhnlichen regulären Ausdrücken jedoch nur ein eingeschränkter Funktionsumfang zur Verfügung. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf erweiterte reguläre Ausdrücke; die Unterschiede zu gewöhnlichen regulären Ausdrücken werden im Anschluss daran zusammengefasst. Die Perl\-kompatiblen regulären Ausdrücke stellen zusätzliche Funktionen bereit und sind in \fBpcresyntax\fP(3) und \fBpcrepattern\fP(3) dokumentiert, funktionieren aber nur, wenn PCRE im System verfügbar ist. .PP Grundlegende Bausteine sind die regulären Ausdrücke, die auf ein einzelnes Zeichen passen. Die meisten Zeichen, insbesondere alle Buchstaben und Ziffern, sind zugleich reguläre Ausdrücke, die auf sich selbst passen. Alle Metazeichen, die eine besondere Bedeutung besitzen, können durch einen vorangestellten Rückschrägstrich geschützt werden. .PP Der Punkt \fB.\&\fP steht für jedes einzelne Zeichen. Es ist nicht festgelegt, ob er auf einen Kodierfehler passt. .SS "Zeichenklassen und Klammerausdrücke" Ein \fIKlammerausdruck\fP ist eine durch \fB[\fP und \fB]\fP eingeschlossene Liste von Zeichen. Er passt auf jedes Zeichen aus der Liste. Beginnt die Liste mit dem Symbol \fB^\fP, so passt der Ausdruck auf alle Zeichen, die \fInicht\fP in der Liste enthalten sind; es ist nicht spezifiziert, ob es auf einen Kodierfehler passt. Beispielsweise passt der reguläre Ausdruck \fB[0123456789]\fP auf eine beliebige einzelne Ziffer. .PP Innerhalb eines Klammerausdrucks sind \fIBereichsausdrücke\fP (range expressions) möglich. Ein \fIBereichsausdruck\fP besteht aus zwei durch einen Bindestrich getrennten Zeichen. Er steht für ein einzelnes Zeichen einschließlich der Begrenzungszeichen, das gemäß der Sortierreihenfolge der Locale und dem Zeichensatz zwischen den beiden Begrenzungszeichen liegt. Zum Beispiel ist in der Standard\-Locale C \fB[ad]\fP äquivalent zu \fB[abcd]\fP. Viele Locales sortieren Zeichen in der Wörterbuch\-Reihenfolge. Dort ist \fB[ad]\fP in der Regel nicht gleichwertig mit \fB[abcd]\fP; es wäre zum Beispiel gleichbedeutend mit \fB[aBbCcDd]\fP. Um die traditionelle Interpretation von Klammerausdrücken zu bewirken, können Sie die C\-Locale verwenden. Dazu setzen Sie die Umgebungsvariable \fBLC_ALL\fP auf den Wert \fBC\fP. .PP Schließlich gibt es noch einige vordefinierte Zeichenklassen innerhalb von Klammerausdrücken mit (im Englischen) selbsterklärenden Namen. Das sind im Einzelnen: \fB[:alnum:]\fP (Buchstaben und Ziffern), \fB[:alpha:]\fP (Buchstaben), \fB[:blank:]\fP,\fB[:cntrl:]\fP (Steuerzeichen), \fB[:digit:]\fP (Ziffern), \fB[:graph:]\fP (graphische Zeichen, das heißt [:alnum:] und [:punct:]), \fB[:lower:]\fP (Kleinbuchstaben), \fB[:print:]\fP (druckbare Zeichen), \fB[:punct:]\fP (Satzzeichen), \fB[:space:]\fP (Leerraum), \fB[:upper:]\fP (Großbuchstaben) und \fB[:xdigit:]\fP (Ziffern des Hexadezimalsystems). So bedeutet beispielsweise \fB[[:alnum:]]\fP die Zeichenklasse der Ziffern und Buchstaben in der aktuellen Locale. In der C\-Locale und der Zeichenkodierung ASCII ist dies dasselbe wie \fB[0\-9A\-Za\-z]\fP. (Beachten Sie, dass die eckigen Klammern Teil des symbolischen Namens der einzelnen Klassen sind. Zusätzlich dazu müssen noch die eckigen Klammern angegeben werden, die eine Liste von Zeichen begrenzen.) Die meisten Metazeichen verlieren innerhalb eines Klammerausdrucks ihre besondere Bedeutung. Um ein \fB]\fP selbst zu beschreiben, muss es an erster Stelle der Kette gesetzt werden. Soll \fB^\fP als gewöhnliches Zeichen auftreten, darf es nicht an erster Stelle stehen. Das Zeichen \fB\-\fP selbst muss an letzter Stelle der Kette auftauchen. .SS "Setzen von Ankern" Die Metazeichen Dach \fB^\fP und Dollar \fB$\fP passen auf die leere Zeichenkette am Anfang beziehungsweise Ende einer Zeile. .SS "Das Backslash\-Zeichen (Rückschrägstrich) und spezielle Ausdrücke" Ganz ähnlich passen die Symbole \fB\e<\fP und \fB\e>\fP auf die leere Zeichenkette am Anfang beziehungsweise Ende eines Wortes. Das Symbol \fB\eb\fP passt auf die leere Zeichenkette an einem Wortrand; \fB\eB\fP bezeichnet das Gegenteil davon und passt auf die leere Zeichenkette, falls die sich \fInicht\fP an einem Wortrand befindet. Das Symbol \fB\ew\fP ist ein Synonym für \fB[_[:alnum:]]\fP und \fB\eW\fP steht für \fB[^_[:alnum:]]\fP. .SS Wiederholungen Einem regulären Ausdruck können einer oder mehrere Wiederholungsoperatoren folgen: .PD 0 .TP \fB?\fP Das vorhergehende Objekt ist optional und tritt höchstens einmal auf. .TP \fB*\fP Das vorhergehende Objekt tritt kein Mal oder beliebig oft auf. .TP \fB+\fP Das vorhergehende Objekt tritt ein\- oder mehrmals auf. .TP \fB{\fP\fIn\fP\fB}\fP Das vorhergehende Objekt tritt genau \fIn\fP\-mal auf. .TP \fB{\fP\fIn\fP\fB,}\fP Das vorhergehende Objekt tritt \fIn\fP\-mal oder öfter auf. .TP \fB{,\fP\fIm\fP\fB}\fP Das vorhergehende Objekt tritt höchstens \fIm\fP\-mal auf. Dies ist eine GNU\-Erweiterung. .TP \fB{\fP\fIn\fP\fB,\fP\fIm\fP\fB}\fP Das vorhergehende Objekt tritt mindestens \fIn\fP\- und höchstens \fIm\fP\-mal auf. .PD .SS Verknüpfung Zwei reguläre Ausdrücke können verbunden werden. Der entstehende reguläre Ausdruck passt auf jede Zeichenkette, die aus zwei aneinander gesetzten Teilketten, die auf die zugehörigen Teilausdrücke passen, besteht. .SS Alternativen Sind zwei reguläre Ausdrücke durch den Infix\-Operator \fB|\fP verbunden, so passt der gesamte reguläre Ausdruck auf jede Zeichenkette, die auf einen der beiden Teilausdrücke passt. .SS Priorität Wiederholungsoperatoren besitzen höhere Priorität als eine Aneinanderreihung. Am niedrigsten ist die Priorität der Alternative. Teilausdrücke können in Klammern gesetzt werden, um diese Regeln explizit abzuändern. .SS "Rückwärtsverweise und Teilausdrücke" Die Rückwärtsreferenz \fB\e\fP\fIn\fP\& \- wobei \fIn\fP für eine einzelne Ziffer steht \- steht für die Zeichenkette, die wiederum auf den vorhergehenden, eingeklammerten Teilausdruck Nummer \fIn\fP des regulären Ausdrucks passt. .SS "Vergleich gewöhnlicher und erweiterter regulärer Ausdrücke" In gewöhnlichen regulären Ausdrücken besitzen die Metazeichen \fB?\fP, \fB+\fP, \fB{\fP, \fB}\fP, \fB|\fP, \fB(\fP und \fB)\fP keine besondere Bedeutung. Stattdessen müssen die mit einem Rückschrägstrich geschützten Versionen \fB\e?\fP, \fB\e+\fP, \fB\e{\fP, \fB\e}\fP, \fB\e|\fP, \fB\e(\fP und \fB\e)\fP verwendet werden. . .SH EXIT\-STATUS Normalerweise ist der Exit\-Status 0, wenn eine Zeile ausgewählt ist, 1 wenn keine Zeilen ausgewählt wurden, und 2 wenn ein Fehler aufgetreten ist. Allerdings ist der Exit\-Status auch dann 0, wenn ein Fehler aufgetreten ist, sofern die Optionen \fB\-q\fP, \fB\-\^\-quiet\fP oder \fB\-\^\-silent\fP übergeben wurden und eine Zeile ausgewählt ist. . .SH UMGEBUNGSVARIABLEN Das Verhalten von \fBgrep\fP wird durch die folgenden Umgebungsvariablen bestimmt. .PP Die Locale für die Kategorie \fBLC_\fP\fIfoo\fP wird durch die Untersuchung der drei Umgebungsvariablen \fBLC_ALL\fP, \fBLC_\fP\fIfoo\fP und \fBLANG\fP (in dieser Reihenfolge) bestimmt. Die erste dieser Variablen, die gesetzt ist, gibt die Locale an. Ist beispielsweise \fBLC_ALL\fP nicht, dafür aber \fBLC_MESSAGES\fP auf \fBpt_BR\fP gesetzt, dann wird für die Kategorie \fBLC_MESSAGES\fP brasilianisches Portugiesisch verwendet. Die C\-Locale wird verwendet, wenn keine dieser Umgebungsvariablen gesetzt ist, wenn der Locale\-Katalog nicht installiert ist oder wenn \fBgrep\fP ohne Unterstützung für Landessprachen (national language support, NLS) kompiliert wurde. Der Shell\-Befehl \fBlocale \-a\fP zeigt die derzeit verfügbaren Locales an. .TP \fBGREP_COLOR\fP Diese Variable gibt die Farbe an, mit der (nicht leere) Fundstellen des Suchausdrucks hervorgehoben werden. Sie ist veraltet, wird aber immer noch unterstützt. Verwenden Sie stattdessen \fBGREP_COLORS\fP. Die Fähigkeiten \fBmt\fP, \fBms\fP und \fBmc\fP von \fBGREP_COLORS\fP werden dieser Variable im Konfliktfall vorgezogen. Die Variable kann nur die Farbe angeben, mit der passender nicht leerer Text in jeder Zeile mit einer Fundstelle markiert wird (das ist eine ausgewählte Zeile, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP weggelassen wird, oder eine Kontextzeile, wenn \fB\-v\fP angegeben ist). Der Standardwert ist \fB01;31\fP. Er bedeutet roten Text in Fettdruck vor dem Standard\-Hintergrund des Terminals. .TP \fBGREP_COLORS\fP Gibt die Farben und andere Attribute an, die für Markierung verschiedener Elemente der Ausgabe verwendet werden. Ihr Wert ist eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Fähigkeiten, deren Standardwert gleich \fBms=01;31:mc=01;31:sl=:cx=:fn=35:ln=32:bn=32:se=36\fP ist. (Die booleschen Fähigkeiten \fBrv\fP und \fBne\fP sind also weggelassen (d.h. auf auf \fBfalse\fP gesetzt)). Es werden die folgenden Fähigkeiten unterstützt. .RS .TP \fBsl=\fP SGR\-Teilsequenz für ganze ausgewählte Zeilen (d.h. übereinstimmende Zeilen, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP weggelassen wird oder nicht übereinstimmende Zeilen, wenn \fB\-v\fP angegeben wird). Wenn jedoch sowohl die boolesche Fähigkeit \fBrv\fP als auch die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP angegeben werden, gilt die Option stattdessen für passende Kontextzeilen. Der Standardwert ist leer (d.h. das Standard\-Farbpaar des Terminals). .TP \fBcx=\fP SGR\-Teilsequenz für ganze Kontextzeilen (d.h. nicht übereinstimmende Zeilen, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP weggelassen wird oder übereinstimmende Zeilen, wenn \fB\-v\fP angegeben wird). Wenn jedoch sowohl die boolesche Fähigkeit \fBrv\fP als auch die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP angegeben werden, gilt die Option stattdessen für nicht passende Zeilen. Der Standardwert ist leer (d.h. das Standard\-Farbpaar des Terminals). .TP \fBrv\fP Boolescher Wert, der die Bedeutung der Fähigkeiten \fBsl=\fP und \fBcx=\fP vertauscht, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP gewählt wird. Der Standardwert ist false (d.h. die Fähigkeit wird nicht genutzt). .TP \fBmt=01;31\fP SGR\-Teilsequenz für passenden, nicht leeren Text in jeder passenden Zeile (d.h. einer ausgewählten Zeile, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP weggelassen wird oder einer Kontextzeile, wenn \fB\-v\fP angegeben wurde). Die Wahl dieser Option ist gleichwertig mit der Wahl des gleichen Wertes für \fBms=\fP und \fBmc=\fP. Der Standardwert ist fetter roter Text vor der aktuellen Hintergrundfarbe der Zeile. .TP \fBms=01;31\fP SGR\-Teilsequenz für passenden, nicht leeren Text in einer ausgewählten Zeile. (Dies wird nur verwendet, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP weggelassen wird.) Die Wirkung der Fähigkeit \fBsl=\fP (oder \fBcx=\fP, wenn \fBrv\fP gesetzt ist) bleibt aktiv, wenn diese auftritt. Der Standardwert ist ein fetter roter Text vor dem aktuellen Zeilenhintergrund. .TP \fBmc=01;31\fP SGR\-Teilsequenz für passenden, nicht leeren Text in einer Kontextzeile. (Dies wird nur verwendet, wenn die Befehlszeilenoption \fB\-v\fP gewählt wird.) Die Wirkung der Fähigkeit \fBcx=\fP (oder \fBsl=\fP, wenn \fBrv\fP gesetzt ist) bleibt aktiv, wenn diese sich aktivieren. Der Standardwert ist ein fetter roter Text vor dem aktuellen Zeilenhintergrund. .TP \fBfn=35\fP SGR\-Teilsequenz für Dateinamen, die beliebigen Kontextzeilen vorausgehen. Standard ist ein violetter Textvordergrund vor dem Standardhintergrund des Terminals. .TP \fBln=32\fP SGR\-Teilsequenz für Zeilennummern, die beliebigen Kontextzeilen vorausgehen. Standard ist ein grüner Textvordergrund vor dem Standardhintergrund des Terminals. .TP \fBbn=32\fP SGR\-Teilsequenz für »Byte Offsets«, die beliebigen Kontextzeilen vorausgehen. Standard ist ein grüner Textvordergrund vor dem Standardhintergrund des Terminals. .TP \fBse=36\fP SGR\-Teilsequenz für Separatoren, die zwischen die Felder für ausgewählte Zeilen (\fB:\fP), für Kontextzeilen (\fB\-\fP) und zwischen Gruppen von benachbarten Zeilen (wenn ein von Null verschiedener Kontext gewählt wurde (\fB\-\^\-\fP)) eingefügt werden. Der Standardwert ist ein blaugrüner (cyan) Textvordergrund vor dem Standardhintergrund des Terminals. .TP \fBne\fP Boolescher Wert, der das Löschen bis zum Zeilenende mittels »Erase in Line (EL) to Right« (\fB\e33[K\fP) verhindert, wenn ein eingefärbtes Element endet. Er wird für Terminals benötigt, die EL nicht unterstützten. Ansonsten ist er nützlich für Terminals, für die die boolesche Terminfo\-Fähigkeit \fBback_color_erase\fP (\fBbce\fP) nicht gilt, wenn die gewählten Markierungsfarben nicht den Hintergrund beeinflussen oder wenn EL zu langsam ist oder zu viel Flackern verursacht. Der Standardwert ist false (d.h. die Fähigkeit wird weggelassen). .PP Beachten Sie, dass boolesche Fähigkeiten keinen \fB=\fP…\-Teil aufweisen. Sie werden per Vorgabe weggelassen (d.h. auf false gesetzt) und werden aktiviert, wenn sie angegeben werden. .PP Im Abschnitt »Wahl der grafischen Darstellung« (Select Graphic Rendition, SGR) der Dokumentation des Textterminals finden Sie zulässige Werte und ihre Bedeutung als Zeichenattribute. Diese Teilzeichenkettenwerte sind ganze Zahlen in Dezimaldarstellung und können mit einem Semikolon verbunden werden. \fBgrep\fP erzeugt aus dem Ergebnis eine vollständige SGR\-Sequenz (\fB\e33[\fP…\fBm\fP). Gebräuchliche Bestandteile der Sequenz sind \fB1\fP für fett, \fB4\fP für unterstrichen, \fB5\fP für blinken, \fB7\fP für inverse Darstellung, \fB39\fP für Standard\-Vordergrundfarbe, \fB30\fP bis \fB37\fP für die Farben im Vordergrund, \fB90\fP bis \fB97\fP für Vordergrundfarben im 16\-Farben\-Modus, \fB38,5,0\fP bis \fB38,5,255\fP für Vordergrundfarben in den 88\-Farben\- und 256\-Farben\-Modi, \fB49\fP für die Standard\-Hintergrundfarbe, \fB40\fP bis \fB47\fP für Hintergrundfarben, \fB100\fP bis \fB107\fP für Hintergrundfarben im 16\-Farben\-Modus und \fB48,5,0\fP bis \fB48,5,255\fP für Hintergrundfarben in den 88\-Farben\- und 256\-Farben\-Modi. .RE .TP \fBLC_ALL\fP, \fBLC_COLLATE\fP, \fBLANG\fP Diese Variablen gibt die Locale für die Kategorie \fBLC_CTYPE\fP an. Sie bestimmt die Sortierreihenfolge, mit der Ausdrücke zur Angabe eines Bereichs wie beispielsweise \fB[a\-z]\fP ausgewertet werden. .TP \fBLC_ALL\fP, \fBLC_CTYPE\fP, \fBLANG\fP Diese Variablen gibt die Locale für die Kategorie \fBLC_CTYPE\fP an, die die Art der Zeichen festlegt, z.B. welche Zeichen Leerraumzeichen sind. Diese Kategorie bestimmt auch die Zeichenkodierung, d.h. ob Text in UTF\-8, ASCII oder einer anderen Kodierung vorliegt. In der C\- oder POSIX\-Locale sind alle Zeichen als einzelnes Byte kodiert und jedes Byte ist ein gültiges Zeichen. .TP \fBLC_ALL\fP, \fBLC_MESSAGES\fP, \fBLANG\fP Diese Variablen wählen die Locale für die Kategorie \fBLC_MESSAGES\fP. Diese legt fest, in welcher Sprache \fBgrep\fP seine Meldungen ausgibt. Die Standard\-Locale C verwendet Meldungen in amerikanischem Englisch. .TP \fBPOSIXLY_CORRECT\fP Falls gesetzt, verhält sich \fBgrep\fP strikt nach dem POSIX\-Standard. Anderenfalls ähnelt sein Verhalten eher dem anderer GNU\-Programme. POSIX verlangt von Optionen, die nach einem Dateinamen angegeben sind, dass sie als Dateinamen behandelt werden. Normalerweise behandelt \fBgrep\fP sie immer als Optionen, gleichgültig an welcher Stelle sie auftreten. Ferner verlangt POSIX, unbekannte Optionen als »unzulässig« anzuzeigen. In den Standardeinstellungen meldet \fBgrep\fP sie lediglich als »ungültig«'. \fBPOSIXLY_CORRECT\fP deaktiviert auch \fB_\fP\fIN\fP\fB_GNU_nonoption_argv_flags_\fP, das im Folgenden genauer beschrieben wird. .TP \fB_\fP\fIN\fP\fB_GNU_nonoption_argv_flags_\fP (Hier ist \fIN\fP die numerische Kennung des \fBgrep\fP\-Prozesses.) Falls das \fIi\fP\-te Zeichen dieser Umgebungsvariablen den Wert \fB1\fP hat, wird das \fIi\fP\-te Argument von \fBgrep\fP nicht als Option verarbeitet, selbst wenn es wie eine Option aussieht. Ein Befehlszeileninterpreter kann diese Umgebungsvariable für jeden von ihm ausgeführten Befehl setzen, um anzuzeigen, welche der Argumente durch Ersetzung von Platzhaltern Mustererkennung von Dateinamen erzeugt worden sind und deshalb keinesfalls als Optionen berücksichtigt werden sollen. Dieses Verhalten steht nur in Verbindung mit der GNU\-C\-Bibliothek zur Verfügung und nur dann, wenn \fBPOSIXLY_CORRECT\fP nicht gesetzt ist. . .SH ANMERKUNGEN Diese Handbuchseite wird nur sporadisch aktualisiert, die vollständige Dokumentation ist meistens aktueller. . .SH COPYRIGHT Copyright 1998\-2000, 2002, 2005\-2020 Free Software Foundation, Inc. .PP Dies ist freie Software, in den Quellen finden Sie die Bedingungen zur Weitergabe. Es gibt KEINE Garantie, auch nicht für die MARKTREIFE oder die TAUGLICHKEIT FÜR EINEN BESTIMMTEN ZWECK. . .SH FEHLER .SS "Fehler berichten" Schicken Sie Fehlermeldungen (auf Englisch) per E\-Mail an die .MT bug\-grep@gnu.org Fehlermeldeadresse .ME . Ein .UR https://lists.gnu.org/mailman/listinfo/bug\-grep E\-Mail\-Archiv .UE und eine .UR https://debbugs.gnu.org/cgi/pkgreport.cgi?package=grep Fehlerdatenbank .UE sind verfügbar. .SS "Bekannte Fehler" Eine große Zahl von Wiederholungen im Konstrukt \fB{\fP\fIm\fP\fB,\fP\fIn\fP\fB}\fP kann dazu führen, dass \fBgrep\fP sehr viel Speicherplatz verbraucht. Darüber hinaus gibt es noch weitere ungewöhnliche reguläre Ausdrücke, deren Verarbeitung exponentiell viel Zeit und Speicher benötigt und dazu führen kann, dass \fBgrep\fP den Speicherplatz erschöpft. .PP Rückwärtsreferenzen sind sehr langsam und können exponentiell viel Zeit in Anspruch nehmen. . .SH BEISPIEL Das folgende Beispiel gibt den Ort und den Inhalt jeder Zeile aus, die ein »f« enthält und mit »c« endet, innerhalb aller Dateien im aktuellen Verzeichnis, deren Namen ein »g« enthalten und mit ».h« enden. Die Option \fB\-n\fP gibt Zeilennummern aus, das Argument \fB\-\-\fP fasst Erweiterungen von »*g*.h«, die mit »\-« beginnen, als Dateinamen und nicht als Optionen auf, und die leere Datei /dev/null lässt Dateinamen auch dann ausgeben, wenn nur ein Dateiname der Form »*g*.h« entspricht. .PP .in +2n .EX $ \fBgrep\fP \-n \-\- 'f.*\e.c$' *g*.h /dev/null argmatch.h:1:/* definitions and prototypes for argmatch.c .EE .in .PP Die einzige Trefferzeile ist die Zeile 1 von argmatch.h. Beachten Sie, das die in dem Muster verwendete Syntax regulärer Ausdrücke sich von der Globbing\-Syntax unterscheidet, die von der Shell zum Finden von Dateinamenübereinstimmungen verwendet wird. . .SH "SIEHE AUCH" .SS "Normale Handbuchseiten" \fBawk\fP(1), \fBcmp\fP(1), \fBdiff\fP(1), \fBfind\fP(1), \fBperl\fP(1), \fBsed\fP(1), \fBsort\fP(1), \fBxargs\fP(1), \fBread\fP(2), \fBpcre\fP(3), \fBpcresyntax\fP(3), \fBpcrepattern\fP(3), \fBterminfo\fP(5), \fBglob\fP(7), \fBregex\fP(7). .SS "Komplette Dokumentation" Es ist ein .UR https://www.gnu.org/software/grep/manual/ vollständiges Handbuch .UE verfügbar. Wenn die Programme \fBinfo\fP und \fBgrep\fP auf Ihrem Rechner ordnungsgemäß installiert sind, können Sie mit dem Befehl .IP \fBinfo grep\fP .PP auf das vollständige Handbuch zugreifen. . .\" Work around problems with some troff -man implementations. .br . .\" Format for Emacs-maintained Dt string defined at this file's start. .\" Local variables: .\" time-stamp-format: "%:y-%02m-%02d" .\" End: .SH ÜBERSETZUNG Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Martin Eberhard Schauer , Mario Blättermann , Dr. Tobias Quathamer und Helge Kreutzmann erstellt. Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die .UR https://www.gnu.org/licenses/gpl-3.0.html GNU General Public License Version 3 .UE oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen. Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die .MT debian-l10n-german@\:lists.\:debian.\:org Mailingliste der Übersetzer .ME .